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Schleicher K 7 (2664 views - Transportation - Air Water Earth)

Die Schleicher K 7 Rhönadler ist ein doppelsitziges Segelflugzeug der 1950er Jahre. Das Flugzeug ist als Schulterdecker in Gemischtbauweise ausgeführt. Es wurde, trotz der Auslegung als robustes Hochleistungssegelflugzeug, vorrangig zur Anfängerschulung eingesetzt. Die K 7 absolvierte ihren Jungfernflug am 27. September 1956 und wurde bis 1977 bei Schleicher gefertigt. Insgesamt wurden 511 Flugzeuge produziert, davon 21 in Lizenz. Nach dem Produktionsende wurde die K 7 als Schulungsflugzeug weitgehend von den Nachfolgern ASK 13 und ASK 21 verdrängt. Heute erfreut sich das Muster, unter anderem wegen des geringen Anschaffungspreises und der einfachen Reparierbarkeit, größer werdender Beliebtheit bei Freunden der historischen Segelfliegerei.
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Schleicher K 7

Schleicher K 7

Schleicher K 7

Licensed under GNU General Public License (Der ursprünglich hochladende Benutzer war Highway in der Wikipedia auf Deutsch
(Originaltext: G. Mies)).

Schleicher K 7 Rhönadler
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland:

Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland

Hersteller: Alexander Schleicher GmbH & Co
Erstflug: 27. September 1956
Produktionszeit:

1956–1977

Stückzahl: 511 (davon 21 als Lizenzbau)

Die Schleicher K 7 Rhönadler ist ein doppelsitziges Segelflugzeug der 1950er Jahre. Das Flugzeug ist als Schulterdecker in Gemischtbauweise ausgeführt. Es wurde, trotz der Auslegung als robustes Hochleistungssegelflugzeug, vorrangig zur Anfängerschulung eingesetzt. Die K 7 absolvierte ihren Jungfernflug am 27. September 1956 und wurde bis 1977 bei Schleicher gefertigt. Insgesamt wurden 511 Flugzeuge produziert, davon 21 in Lizenz. Nach dem Produktionsende wurde die K 7 als Schulungsflugzeug weitgehend von den Nachfolgern ASK 13 und ASK 21 verdrängt. Heute erfreut sich das Muster, unter anderem wegen des geringen Anschaffungspreises und der einfachen Reparierbarkeit, größer werdender Beliebtheit bei Freunden der historischen Segelfliegerei.

Geschichte

Nachdem der Konstrukteur Rudolf Kaiser bei Schleicher bereits die Muster Ka 4 und Ka 2 entwickelt hatte, wurde mit der K 7 eine robustere Version der Ka 2 geschaffen. Die K 7 hatte mehr Leistungspotential als die Rhönlerche II, ohne dabei Einbußen in der Robustheit hinnehmen zu müssen.[1] Der effizientere, aber beschädigungsanfälligere Sperrholzrumpf der Ka 2 wurde durch eine Stahlrohrkonstruktion ersetzt. Dies verminderte die Flugleistungen gegenüber dem Vorgängermodell geringfügig, machte das Flugzeug aber widerstandsfähiger gegen harte und Außenlandungen. Bei Beschädigung der Bespannung oder des Stahlrohrgitterrumpfes musste lediglich die Bespannung repariert oder Stahlrohre ersetzt werden. Aufwändige Holzarbeiten, wie das Schäften entfielen. Dieser Vorteil schlug sich in den Verkaufszahlen nieder. Während von der Ka 2 nur ungefähr 100 Exemplare abgesetzt werden konnten, verkaufte sich die K 7 über 500 Mal.

In den Anfangsjahren den Motorseglerentwicklung wurde die K 7 als Erprobungsflugzeug für einfache Motorseglerkonstruktionen verwendet. Mindestens eine K 7 wurde hinter den Hauptholmen der Tragflächen mit je einem Einstecktriebwerk versehen. Die Motoren waren mit Druckpropellern versehen, die sich zwischen den Holmen und der Endleiste befanden. Ähnlich wie bei den Motorisiersoptionen der K 8 verschwanden diese Entwicklungen mit der Einführung leistungsfähiger Tandem-Motorsegler wie der ASK 16.[2]

Nachdem die K 7 bei Alexander Schleicher 490 Mal und in Lizenz weitere 21 Mal gebaut worden war, wurde die Produktion 1977 endgültig eingestellt.[1]

Konstruktion

Die K 7 ist ein Segelflugzeug in Gemischtbauweise. Der Rumpf besteht aus einer Stahlrohrgitterkonstruktion und ist bespannt. Teilweise ist er mit Formleisten aus Holz versehen. Die Tragflächen sind aus Holz gefertigt, größtenteils bespannt und verfügen über eine negative Pfeilung von 6°. Nur die Torsionsnase, in der Nähe der Wurzelrippe, am Flügelende und rund um die Bremsklappen finden sich sperrholzbeplankte Flächen. Das Profil der Tragflächen ist vorwiegend Göttingen 533, was sich zum Flügelende hin zu Göttingen 532 verändert.

Die Höhenflosse und die Seitenflosse sind beplankt, wobei die Ruder bespannte Holzkonstruktionen sind. Die Trimmung erfolgt über ein Flettner-Ruder.

Frühe Modelle verfügten über eine steckbare Haube, die einen Metallrahmen besaß. Diese Haube bot für den vorderen Sitz allerdings wenig Bewegungsfreiheit für den Kopf des Piloten. Spätere Modelle wurden mit einer gezogenen Plexiglashaube ausgeliefert was die Sichtverhältnisse verbesserte. Diese gezogene Haube wird oft als „Schweizer-Haube“ bezeichnet. Auf dem hinteren Sitzplatz sitzt der Passagier bzw. der Fluglehrer mit dem Kopf zwischen den Wurzelrippen der Torsionsnase der beiden Tragflächen, wodurch das Blickfeld nach den Seiten eingeschränkt ist. Der Rumpf war in der vorderen Sektion anfangs sperrholzbeplankt, was später durch Glasfaserverstärkten Kunststoff ersetzt wurde.

Das Fahrwerk ist in der Nähe des unbeladenen Schwerpunkts, was das rangieren am Boden vereinfacht. Ursprünglich waren die K 7 mit Kufen und Schleifsporn ausgestattet, was später gelegentlich durch ein Bug- und/oder Spornrad ersetzt wurde. Vor dem Höhenruder befindet sich auf jeder Rumpfseite ein Griff aus Stahlrohr. Diese dienen dem Anheben des Rumpfes beim rangieren am Boden und ersetzen den heute oft üblichen Spornkuller.

Standardmäßig wurden eine Bug- und eine Schwerpunktkupplung verbaut. Die Schwerpunktkupplung befindet sich rechts außermittig des Rumpfes, weshalb beim Anschleppen im Windenstart das Seitenruder voll links ausgeschlagen werden muss um ein Ausbrechen des Flugzeugs zu verhindern.

Die Schempp-Hirth Sturzflugbremsen fahren sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite der Tragflächen aus und ermöglichen schnelles sinken in allen Geschwindigkeitsbereichen.[3][4]

Versionen

Die K 7 wurde während Ihres Produktionszeitraums stetig mit geringfügigen Änderungen weiterentwickelt. So wurden die ersten Versionen mit rein stoffbespannten Rümpfen ausgeliefert, die späteren Versionen erhielten zunächst ein Rumpfboot aus Sperrholz, später aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Neben der Erprobung von zwei Einsteckmotoren im hinteren Drittel der Tragflächen, sind die Englischen Umbauten „K 7-13“ bzw. „K 7-lookalike-ASK 13“ hervorzuheben. Bei diesen Umbauten setzten einige Enthusiasten des Derbyshire and Lancashire Gliding Club die Tragflächen der K 7 nach unten um das Flugzeug ähnlich der ASK 13 wirken zu lassen, ohne dabei eine ASK 13 kaufen zu müssen. Dabei wurden die Holmverbindungen der Tragflächen, die Haube und die Rumpfabdeckung geändert. So verbesserte sich der Rundumblick des Fluglehrers auf dem hinteren Sitzplatz erheblich. Die K 7-13 ist auf den ersten Blick kaum von einer ASK 13 zu unterscheiden. Im Sommer 2002 flogen in Großbritannien noch sechs K 7-13.[2]

In Eigenbau wurden K 7 gelegentlich mit Bugrad anstelle eine Kufe und mit Spornrad anstelle eines Schleifsporns versehen.

Die K 7 wurde mit zwei unterschiedlich großen Bremsklappenversionen gebaut. Die kleinere Version der Bremsklappen erlaubte Wolkenflug nur einsitzig. Mit den großen Bremsklappen war Wolkenflug auch zweisitzig erlaubt. Der Wolkenflug erfordert gemäß Flughandbuch jedoch zusätzliche Instrumente. Siehe dazu Mindestausrüstung und Wolkenflug.

Mindestausrüstung und Wolkenflug

Das Flughandbuch aus dem Jahre 1961 schreibt als Mindestausrüstung der Instrumente einen Fahrtmesser im Messbereich von 50 bis 200 km/h und einen Höhenmesser vor. Ansonsten wird nur ein vierteiliger Anschnallgurt, eine Rückenkissen (sofern ohne Fallschirm geflogen wird), der Trimmplan, ein Datenschild, sowie das Flug- und Betriebshandbuch als Mindestausrüstung vorgeschrieben.[5]

In Segelfliegerkreisen kursiert die Aussage, dass mit der K 7 in der Version mit den großen Bremsklappen (siehe Abschnitt Versionen) Wolkenflug durchgeführt werden darf. Diese Aussage ist prinzipiell nicht falsch, jedoch erhöht sich auch die Mindestausrüstung des Flugzeugs erheblich, wenn ein- oder zweisitzig Wolkenflug durchgeführt werden soll. Dieser Umstand wird in der Aussage oft unterschlagen. Das Flughandbuch fordert für die Instrumente eine Düse und ein Staurohr mit Vereisungsschutz. Zusätzlich zum bereits genannten Fahrtmesser ist ein Feinhöhenmesser erforderlich. Ebenso wird ein Variometer, ein Kompass, ein Wendezeiger mit Scheinlot gefordert, dessen Antrieb ebenfalls gegen Vereisung zu schützen ist. Auch eine Borduhr wird zur Mindestinstrumentierung und der Einbau eines künstlichen Horizontes wird empfohlen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass die Bestimmungen der Bundesanstalt für Flugsicherung einzuhalten sind.[5]

Zwar ist die genannte Mindestausrüstung bis heute gültig, jedoch werden Segelflugzeuge in der Gegenwart in aller Regel mit weit mehr Instrumenten betrieben, wozu neben dem Variometer und dem Kompass meist ein Funkgerät und das Kollisionswarnsystem FLARM gehören.

Namensgebung

Die Namensgebung der Schleicher Flugzeuge sorgt gelegentlich für Verwirrung. Die Typen Ka 1 bis Ka 6 verwenden das Kürzel „Ka“ für den Konstrukteur Rudolf Kaiser. Ab der K 7 wurde auf das „a“ in „Ka“ verzichtet, da Rudolf Kaiser darauf hingewiesen wurde, dass dieses Kürzel bereits während des Zweiten Weltkrieges durch den Konstrukteur Albert Kalkert der Gothaer Waggonfabrik belegt war.[1] Siehe zum Beispiel: Kalkert Ka 430. Alle nachfolgenden Muster verfügten bis zur K 10 also nicht mehr über das „a“ im Kürzel. Ab der ASK 13 wurde die interne Bezeichnung auf ASK, also AS für „Alexander-Schleicher" und K für den Konstrukteur „Kaiser“ umgestellt. Die Ka 6 ist die letzte „Ka“, die K 10 die letzte „K“ und die ASK 23 die letzte Konstruktion von Rudolf Kaiser. Nur die Muster Ka 2 Rhönschwalbe, Ka 4 Rhönlerche II, Ka 6 Rhönsegler und die K 7 Rhönadler erhielten Beinamen. Alle anderen Muster verfügten nur über die interne Werksbezeichnung in Form der Ka, K, oder ASK-Nummer. Der Beiname „Rhönadler“, wie auch andere Beinamen der Schleicher-Flugzeuge wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Segelflieger nicht genutzt. Die Flugzeuge werden in der Regel mit „K“ und der zugehörigen Nummer ausgesprochen. Trotzdem „K 7“ die historisch korrekte Schreibweise ist, wurde und wird das Flugzeug auch oft als „Ka 7“ bezeichnet. Mit der zunehmenden Verbreitung der „AS“-Nomenklatur, wird die K 7 inzwischen auch gelegentlich fälschlich als „ASK 7“ bezeichnet.

Die K 7 ist nach zwei Doppelsitzerentwürfen von Hans Jacobs und Alexander Lippisch der dritte Flugzeugtyp, der den Beinamen „Rhönadler“ trägt.

Heutige Bedeutung

Von den einst 511 gebauten Exemplaren waren im Jahre 2001 noch 131, im Jahre 2008 noch 107 Flugzeuge in Deutschland registriert.[1] Obwohl das Flugzeug mit seiner Stückzahl auf Platz 5 der meistgebauten Segelflugdoppelsitzer liegt, beschränkt sich dessen Einsatz heute meist auf den Betrieb durch Enthusiasten und nur noch wenige Segelflugvereine. Die Nachfolgemodelle Schleicher ASK 13 und ASK 21 haben die K 7 fast vollständig aus dem Alltagsflugbetrieb der Segelflugvereine und Flugschulen verdrängt. Die K 7 hat eine angenehme Ruderabstimmung und ein gutmütiges Flugverhalten und kann, im Gegensatz zur ASK 21, ohne Modifikationen trudeln.[5]

Um die Schleicher-Flugzeuge der Ka- und K-Serie entwickelt sich eine rege Gemeinde von Enthusiasten. Seit dem Jahre 2006 richtet der Segelflugverein Rhönflug Fulda e.V. jährlich ein „Youngtimer-Treffen“ auf der Wasserkuppe aus, bei dem insbesondere die Muster Ka 6, K 7 und K 8 eingeladen sind. Wegen des großen, europaweiten Interesses und den damit verbundenen Kapazitätsengpässen im Hinblick auf Abstellplätze für die Flugzeuge, musste die Teilnehmerzahl auf 15 Flugzeuge begrenzt werden.[6]

Viele K 7 wurden im Laufe der Jahre von Deutschland aus ins Ausland verkauft. Das Schicksal der Flugzeuge ist danach oft ungewiss. Häufig kommt es zu Beschädigungen der Flugzeuge, wonach sie nicht mehr instandgesetzt und außer Betrieb gesetzt werden.[7]

Unfälle und besondere Ereignisse

Förderung des Segelfluges in Indien

Im Jahre 1959 wurde Hanna Reitsch mit einer K 7 nach Indien geschickt um dort den Leistungssegelflug zu verbreiten. Dabei unternahm sie auch einen gemeinsamen Flug von 90 Minuten Dauer mit dem damaligen, indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru über Neu-Delhi.[3][4]

Absturz auf Strubby Airfield

Am 26. Mai 2004 stürzte eine K 7 kurz nach einem Windenstart während eines Kurvenfluges in der Nähe des Strubby Airfield in Großbritannien ab. Die rechte Tragfläche brach etwa einen Meter entfernt vom Rumpf ab, woraufhin das Flugzeug unkontrolliert zu Boden stürzte. Beide Insassen kamen dabei ums Leben. Die Ursache für das strukturelle Versagen der Tragfläche konnte nicht abschließend geklärt werden, da der Zustand des Holzes sowie der Leimverbindungen offensichtlich in Ordnung waren. Bereits im selben Jahr erließ die British Gliding Association aufgrund des Unfalls eine verpflichtende, wiederkehrende Prüfung aller K 7 und K 7/13 um eventuelle Schäden aufzuspüren.[8][9]

Absturz nach Kunstflugfigur

Am 30. März 2013 stürzte eine K 7 auf dem Littlefield Municipal Airport in Texas ab, nachdem ein Looping eingeleitet wurde. Während der Flugfigur brach eine Tragfläche ab und das Flugzeug ging im Spiralsturz zu Boden. Beide Insassen starben bei dem Unfall. Die Flugunfalluntersuchung ergab, dass Kunstflug mit dem Flugzeug nicht zulässig ist. Zudem wurden schlechte Klebeverbindungen der Tragfläche aufgefunden, die Aufgrund von Eindringen von Feuchtigkeit entstanden sind. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Schadstellen bei einer Suche nach dem Schema der British Gliding Association im oben genannten Fall, hätten aufgefunden werden können. Ein Zusammenwirken von zwei Einflussfaktoren, der unzulässigen Kunstflugfigur und der Vorschädigung der Tragfläche, ist nicht auszuschließen.[10]

Landeunfall in Detmold

Am 30. April 2017 missglückte die Außenlandung einer K 7 auf einer sportplatzartigen Rasenfläche. Dabei wurden die Tragflächen von Bäumen abgeschert. Die Insassen blieben unverletzt.[11]

Technische Daten

Kenngröße Daten
Konstrukteur Rudolf Kaiser
Klasse Doppelsitzer
Erstflug 27. September 1956
Stückzahl 511 (davon 21 als Lizenzbau außerhalb der Firma Schleicher)
Sitzplätze 2
Bauart Gemischtbauweise
Länge 8,15 m
Spannweite 16 m
Flügelfläche 17,5 m²
Streckung 14,6
V-Stellung
Leermasse (inkl. Ausrüstung) 285 kg
Cockpit-Zuladung vorn max. 97 kg
Cockpit-Zuladung hinten max. 97 kg
Mindestgeschwindigkeit 59 km/h
Gleitzahl 25 bei 85 km/h
Geringstes Sinken 0,89 m/s bei 67 km/h
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Flügelprofil Gö 533 mod., Außenflügel: Gö 532 mod.

Siehe auch



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