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Chrom(VI)-oxid (14522 views - Material Database)

Chrom(VI)-oxid, auch Chromtrioxid (CrO3), ist ein Oxid des Chroms. Es ist ein dunkelroter Feststoff, der hygroskopisch und in Wasser leicht löslich ist. Die wässrige Lösung reagiert stark sauer (Chromsäure). Von dem Stoff geht eine Reihe von Gefahren aus.
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Chrom(VI)-oxid

Chrom(VI)-oxid

Kristallstruktur
__ Cr6+     __ O2−
Allgemeines
Name Chrom(VI)-oxid
Andere Namen
  • Chromsäureanhydrid
  • Chromtrioxid
Verhältnisformel CrO3
CAS-Nummer 1333-82-0
PubChem 14915
Kurzbeschreibung

dunkelrote, geruchlose Kristallnadeln[1]

Eigenschaften
Molare Masse 99,99 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,7 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

197 °C[1]

Siedepunkt

Zersetzung oberhalb von 200 °C[1]

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (1854 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[2], ggf. erweitert[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 271​‐​301+311​‐​330​‐​314​‐​317​‐​334​‐​335​‐​340​‐​350​‐​361f​‐​372​‐​410
P: 201​‐​210​‐​273​‐​280​‐​301+330+331​‐​302+352​‐​304+340​‐​305+351+338​‐​308+310 [1]
Zulassungs­verfahren nach REACH

besonders besorgnis­erregend[3], zulassungs­pflichtig: krebs­erzeugend, erbgut­verändernd (CMR)[4]

MAK
  • Deutschland: Aufgehoben, da karzinogen[1]
  • Schweiz: 5 μg·m−3 (berechnet als Chrom)[5]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Chrom(VI)-oxid, auch Chromtrioxid (CrO3), ist ein Oxid des Chroms. Es ist ein dunkelroter Feststoff, der hygroskopisch und in Wasser leicht löslich ist. Die wässrige Lösung reagiert stark sauer (Chromsäure). Von dem Stoff geht eine Reihe von Gefahren aus.

Eigenschaften

Chrom(VI)-oxid

Chrom(VI)-oxid bildet rotviolette, geruchlose, nadelförmige Kristalle. In viel Wasser löst es sich unter Bildung von gelber Chromsäure (H2CrO4). In wenig Wasser bilden sich auch kondensierte Chromsäuren. Beim Glühen von Chrom(VI)-oxid zersetzt es sich und bildet Chrom(III)-oxid und Sauerstoff:

Chrom(VI)-oxid ist ein sehr gutes Oxidationsmittel, das z. B. mit Ethanol oder anderen organischen Stoffen explosionsartig reagiert.

Die Kristallstruktur von Chrom(VI)-oxid besteht aus Ketten eckenverknüpfter Tetraeder, die deutlich in Kettenrichtung verzerrt sind.[7]

Synthese/Darstellung

Chrom(VI)-oxid wird durch Ausfällen aus einer konzentrierten Chromatlösung mit konzentrierter Schwefelsäure hergestellt.

Verwendung

In der Galvanotechnik, in Holzschutzmitteln, zur Herstellung von Chrom(IV)-oxid, Kaliumdichromat und Ammoniumdichromat, als starkes Oxidationsmittel (Jones-Oxidation).

Sicherheitshinweise

Chrom(VI)-oxid ist brandfördernd und erhöht die Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren Stoffen. Beim Mischen mit brennbaren Substanzen besteht Explosionsgefahr. Chrom(VI)-oxid ist sehr giftig und wirkt sowohl mutagen als auch karzinogen. Bereits 0,6 g, oral eingenommen, können tödlich sein. Beim Verschlucken sind Verdauungsstörungen, Nierenschäden, Krämpfe und Lähmungen die Folge. Wässrige Lösungen von Chrom(VI)-oxid sind stark ätzend. Auch der Feststoff führt bei Kontakt mit Haut und Schleimhäuten zu schweren Verätzungen. Chrom(VI)-oxid ist umweltgefährlich und stark wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 3).

  1. a b c d e f g h Eintrag zu Chrom(VI)-oxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu Chromium trioxide im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. Eintrag zu CAS-Nr. 1333-82-0 in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 16. Juli 2014.
  4. Eintrag zu CAS-Nr. 1333-82-0 im Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 16. Juli 2014.
  5. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 27. Oktober 2015.
  6. a b c Datenblatt Chrom(VI)-oxid (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  7. J.S. Stephens, D.W.J. Cruickshank: The Crystal Structure of (CrO3) in: Acta Cryst., 1970, B26, S. 222–226; doi:10.1107/S0567740870002182


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